Tipps für die Terrassenüberdachung

Sonne unter Dach und Fach

3/30/2020
Waldachtal

Frühlingswetter und viel Zeit zuhause verleiten dazu, seine Terrasse auf Vordermann zu bringen. Eine stabile und hochwertige Überdachung schützt dabei vor Witterung. So ist nach getaner Heimwerkerarbeit alles bereit, um sein Home-Office nach draußen zu verlagern oder seine Freizeit bei Sonnenschein an der frischen Luft zu genießen.

Stefan Huber, Zimmermeister und technischer Trainer bei fischer, hat sich seine eigene Terrassenüberdachung aus Holz gebaut. „Ich wollte das Dach so groß wie möglich machen und in die Breite ziehen, damit meine Fassade im unteren Geschoss vor Regen und Schnee geschützt ist“, berichtet er. Grundfläche, Tiefe und Höhe der Konstruktion haben Auswirkung auf einen möglichen Genehmigungsprozess.

Die Überdachung von Stefan Huber ist kleiner als 30 Quadratmeter. Dies gilt innerhalb der Landesbauordnung Baden-Württemberg als genehmigungsfrei. Je nach Bundesland und Gemeinde gelten jedoch eigene Vorgaben. Der sicherste Weg ist, sich beim zuständigen Bauamt zu erkundigen, ob das Bauvorhaben genehmigungsfrei ist und wenn nötig, einen Bauantrag zu stellen.

Bei der Ausführung wird zunächst ein Fundament hergestellt. Dieses verteilt die Last des Bauwerks gleichmäßig auf den Baugrund. Für die Lastermittlung und zur richtigen Dimensionierung und Ausbildung des Fundaments müssen die lokalen Wind- und Wettergegebenheiten beachtet werden. „Steht das Haus beispielsweise im Schwarzwald, habt ihr eine Schneelast von zirka 260 Kilogramm pro Quadratmeter, die damit höher ist als zum Beispiel an der Nordsee“, verdeutlicht Stefan Huber. „An der Nordsee gibt es dafür allerdings mehr Windsoglast als im Schwarzwald. Das sind alles Faktoren, die das Fundament beeinflussen.“

Bei einer Terrassenüberdachung sollte Holz der Nutzungsklasse 2 verwendet werden. Stefan Hubers erste Wahl war ein Brettschichtholz (GL24h). Dieses hat ein Ü-Zeichen und es entstehen weniger Risse, wenn es arbeitet, als bei Konstruktionsvoll- oder Bauholz. Der mehrschichtige Aufbau und der witterungsbeständige Leimbinder, der die Brettlagen miteinander verklebt, machen es zudem maßhaltig.

Zur Bekleidung der Überdachung von oben gibt es lichtundurchlässige und lichtdurchlässige Varianten. Verbundsicherheitsglas ermöglicht beispielsweise, weiterhin Tageslicht und Sonnenwärme in den dahinterliegenden Räumen zu nutzen. Im Falle eines Bruches bleiben mögliche Splitter an einer in dem Glas verarbeiteten Klebefolie hängen.

Den Haupt-/Nebenträgeranschluss können Do-it-Yourselfer mit Vollgewindeschrauben lösen. Das wird folgendermaßen umgesetzt: Wenn der Sparren an die Traufpfette als Nebenträger stirnseitig anschließt, werden die Vollgewindeschraube unter 45 Grad eingedreht. Somit entsteht unter Volllast eine zug- und druckfeste Verbindung. Der Holzpfosten lässt sich mit der zugelassenen fischer Stahlblechverbindungsschraube an den Pfostenfuß anschließen – auch in Randnähe ohne ein Splittern des Holzes. Vorzubohren ist hierbei nicht nötig. Ein weiterer Anschlusspunkt ist von der Wandpfette zu den Hauptsparren. Hierfür sind Tellerkopfschrauben die gängige Lösung. Im Vergleich zu Nägeln geben diese dem Sparren einen größeren Anpressdruck und bringen unter dem Windsog einen höheren Widerstand entgegen.

Bei Stefan Hubers‘ Haus ist einer der wichtigsten Hauptanschlüsse die Hauptwandpfette, die durch den Holzrahmenbau und die Außenwanddämmung am Hauptständerwerk befestigt wird. Stefan Hubers Praxistipp lautet hierbei: „Verwende eine Tellerkopfschraube zum Ausrichten der Wandpfette. Arbeite dann mit einer Vollgewindeschraube“. Er führt weiter aus: „Die entsprechenden Abstände kannst du in der Bewertung, der ETA, nachlesen. Zeichne diese pro Befestigungspunkt an und drehe die Vollgewindeschraube unter 45 Grad ein. Kommt nun Last darauf, wird sie auf Zug belastet.“

Bei weiteren Fragen zur Befestigung eines Terrassendachs können sich Anwender über den Live-Chat der fischer Professional App oder per Telefon an die Experten bei der fischer Anwendungstechnik wenden.

Hier finden Sie die Presseinformation zum Download.

Katharina Siegel-Rieck
Pressereferentin fischer Befestigungssysteme,
fischer Electronic Solutions
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