Gipskarton ist beliebt und zugleich anspruchsvoll. Wer darin befestigen möchte, braucht das richtige Know-how. Der Baustoff ist allgegenwärtig, ob beim Innenausbau, im Akustikbau oder zur Verkleidung technischer Installationen. Kein Wunder: Gipskarton überzeugt durch kurze Bauzeiten, Flexibilität bei der Raumgestaltung und gute bauphysikalische Eigenschaften. Doch was beim Aufbau schnell geht, stellt Heimwerker später oft vor Herausforderungen: Wie lassen sich Rauchmelder, Elektroinstallationen und Einrichtungsgegenstände sicher an den dünnen Platten befestigen?
Anders als bei massivem Mauerwerk bieten die dünnen Gipskartonplatten keine durchgehende Tragfähigkeit. Die poröse Struktur des Gipskerns und die geringe Materialstärke von üblicherweise 12,5 bis 15 Millimetern erfordern spezielle Befestigungslösungen.

Bei der Befestigung in Gipskarton gilt es, mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Zunächst die Last: Wie schwer ist das anzubringende Objekt? Ein Badezimmerspiegel bringt je nach Größe zwischen fünf und 20 Kilogramm auf die Waage. Hinzu kommen zusätzliche Einwirkungen, etwa wenn die Badezimmertür zuschlägt und Vibrationen auf den Spiegel übertragen werden.
Auch die Plattenbeschaffenheit spielt eine Rolle. Ist die Wand einfach oder doppelt beplankt? Wie groß ist der Hohlraum dahinter? Gibt es eine Dämmung? Ist eine Dampfsperre installiert? Diese Fragen bestimmen, welcher Dübel zum Einsatz kommt und welche Traglasten realisierbar sind. Passende Lösungen gibt es für jede Last – von federleicht bis schwergewichtig.

Auf den richtigen Dreh kommt es an. Für leichte Lasten bis etwa acht Kilogramm, wie Bilderrahmen, Rauchmelder oder kleine Spiegel, eignen sich selbstschneidende Gipskartondübel, die sich einfach in die Platte eindrehen lassen.

Die gute Nachricht: Auch für schwere Lasten, wie größere Spiegel, Wandregale oder Küchenoberschränke bis etwa 40 Kilogramm, gibt es Lösungen – dafür empfiehlt sich der Einsatz von Kippdübeln.

Vor der Befestigung sollten Heimwerker prüfen, ob sich hinter der geplanten Bohrstelle Strom- oder Wasserleitungen befinden. Ein Leitungssucher schafft hier Sicherheit. Im Dachbereich und an Außenwänden ist meist eine Dampfbremsfolie vorhanden, die nicht beschädigt werden darf. Hier ist besondere Vorsicht erforderlich. Zudem empfiehlt es sich, die Bohrstelle leicht anzukörnen, damit der Bohrer nicht abrutscht.
Bei der Wahl des Dübels ist die Lastangabe des Herstellers zu beachten. Hochwertige Dübel beinhalten bereits einen Sicherheitsfaktor. Dennoch gilt: Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen oder sehr schweren Lasten sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.
Doppelt beplankte Gipskartonplatten bieten grundsätzlich höhere Tragfähigkeiten als einfach beplankte. Lässt sich der Hohlraum hinter der Platte nutzen, erreichen Kippdübel wie der DuoTec deutlich bessere Haltewerte als reine Spreiz- oder Schraubdübel. Empfehlenswert ist auch eine Schiene, die sich mit mehreren Dübeln verankern lässt und somit die Last auf verschiedene Befestigungspunkte verteilt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dübel mit ausreichendem Abstand zueinander gesetzt sind und die zulässige Maximalbelastung der Gipskartonplatten nicht überschritten wird.
