Strom vom Balkon

Balkonkraftwerk installieren – Do it yourself!

Strom vom Balkon

Die Mini-PV-Anlage für den Balkon ist bestellt, der Karton geöffnet. Und jetzt? Die große Frage lautet: „Wie befestige ich das Balkonkraftwerk sicher, ohne dass es bei der ersten Windböe abhebt?“ Keine Sorge, mit diesen Tipps geht es Schritt für Schritt sicher durchs Montagedickicht.

Solarboom auf Balkonien

Längst sind es nicht mehr nur großflächige PV-Anlagen, die Dächer und Fassaden von Einfamilienhäusern prägen. Auch kleinere, kompakte Anlagen mit typischerweise ein bis zwei PV-Modulen – sogenannte Balkonkraftwerke – gewinnen zunehmend an Bedeutung, besonders bei Mehrfamilienhäusern und in Innenstädten. Mehr als 1,2 Millionen Steckersolargeräte, so der offizielle Begriff, sind laut Bundesverband Solarwirtschaft in Deutschland in Betrieb.

 

Für Mieterinnen und Mieter sowie Wohnungseigentümer sind Balkonkraftwerke eine einfache und niederschwellige Möglichkeit, einen Teil ihres Strombedarfs durch Solarstrom selbst zu decken. Die Investition amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre – und entlastet die Stromrechnung spürbar. Vereinfachte gesetzliche Regelungen in den vergangenen Jahren haben den Zugang zu dieser Energiequelle zusätzlich erleichtert. Und auch die Montage ist schneller erledigt, als viele denken. Wenige Schritte führen zum Solarerfolg. 

 

 

 
Willkommen in Balkonien: Fachgerecht montiert, tankt der Balkon Sonnenkraft. Bild: nataliiaosetrova / 123rf 

Schritt 1: Standort checken – Geländer, Wand oder Boden? 

Bevor Do-it-Yourselfer zu Werkzeug und Dübeln greifen, sollten sie checken: Wo soll das Balkonkraftwerk hin? Denn der Montageort entscheidet über Befestigung und Produktauswahl. 

  • Am Geländer: Hier eignen sich Balkonkraftwerke mit Halterungen, die einfach geklemmt werden. Meist sind keine Dübel nötig, dafür etwas Muskelkraft und Fingerspitzengefühl.
  • An der Wand oder auf dem Boden: Hier wird gedübelt und geschraubt. Das Modul muss fest und sicher sitzen. Wichtig ist die richtige Dübelwahl – abgestimmt auf die Bausituation. Und dann: Ran an die Dübel. 
 
Endlich da: Die Mini-PV-Anlage wartet auf ihren Einsatz. Stellt sich die Frage: „Wie kriege ich das Modul an die Wand?“ Mit wenigen Tricks sitzt das Balkonkraftwerk fest – und die Sonne liefert volle Power. Bild: Jozef Polc / 123rf 

Schritt 2: Dübel-Dschungel entwirren

Sicherheit geht vor! Wind, Wetter und auch neugierige Tauben setzen das PV-Modul unter Belastung. 
Der falsche Dübel kann ein Balkonkraftwerk schnell in ein schwebendes Kunstobjekt verwandeln – und das will niemand.

Wichtig:

Für den Außeneinsatz sollten Schrauben und die Stahlkomponenten chemischer Systeme (z. B. Ankerstangen) aus nicht rostendem Stahl bestehen.

Tipp:

Der Blick in die Montageanleitung des Balkonkraftwerks lohnt sich – Hersteller geben häufig getestete Befestigungsempfehlungen. Zusätzlich ist es sinnvoll, die technischen Datenblätter der Dübelhersteller zu beachten. Bei Unsicherheiten hilft der technische Service von fischer weiter. Lieber ein bisschen mehr Planung als ein PV-Modul im Tiefflug.

 
Sonnenseite gesichert: Auf tragfähigem Holz genügen zur Balkonkraftwerk-Montage meist Holzbauschrauben, wie die fischer PowerFast II aus A2 oder A4 für festen Halt. Bild: Wentao Li / 123rf 

Entscheidend für die Dübelwahl sind:

der Untergrund (z.B. Beton, Vollstein, Lochstein, Porenbeton),
die Vorgaben des Anlagenherstellers
Gewicht und Größe der Mini-PV-Anlage
der Montageort (Wand oder Boden)
Wind- und Schneelasten

Schritt 3: Abstände & Winkel – nicht einfach drauflos bohren

Ein Balkonkraftwerk braucht Platz – für die Montage und zum Energietanken. Ausreichender Abstand zu Brüstung, Geländer oder Hauswand ist ein Muss. Die Halterungen müssen exakt sitzen, damit nichts wackelt oder pendelt.

Schritt 4: Sicherheit first

Nicht nur die Befestigung zählt, auch der Stromanschluss muss korrekt erfolgen. Falsch angeschlossene Balkonkraftwerke können Sicherheitsmechanismen aushebeln – mit Folgen von Rückspannungen bis hin zu Brand- und Stromschlaggefahr. Entscheidend ist deshalb eine normgerechte Installation: Nur korrekt angeschlossen bleibt Solarstrom sicher.

Zusätzlich beachten:

Mieterinnen, Mieter, Eigentümerinnen und Eigentümer müssen die Anlage anmelden. Pflicht ist die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Meist ist keine zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich, wird aber in Einzelfällen noch verlangt – lässt sich meist auf der Website checken.

Los geht’s: Balkonien wird zum Kraftwerk. Mit der richtigen Montage der Mini-PV-Anlagen haben Do-it-Yourselfer die Sonne fest im Griff. Bild: Jozef Polc / 123rf 

Schritt 5: Einmal fest, immer Sonne

Wenn alles sitzt, die Dübel halten – tada! Das Balkonkraftwerk ist startklar. Jetzt heißt es: genießen, beobachten, wie die Sonne Strom liefert – und ab und zu stolz die eigene DIY-Leistung bestaunen. 

Verbraucher-Hinweise

  • Praktisch: Eine Gefährdung der vorhandenen Elektroinstallation und damit ihrer Betreiber ist praktisch auszuschließen. Die Modulleistung darf maximal 2.000 Watt und die Wechselrichterleistung maximal 800 Watt AC betragen.
  • Eine Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist innerhalb eines Monats Pflicht.
  • Nur Anlagen ohne Batteriespeicher gelten als Steckersolargeräte. Systeme mit Speicher müssen derzeit noch von einer Elektrofachkraft installiert und zusätzlich beim Netzbetreiber angemeldet werden.
 
Mehr Sonne, weniger Kosten: Eigenstrom vom Balkon spart Geld und schont die Umwelt. Bild: Vitalii Buria / 123rf 
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