Raum-, Licht- und Klangerlebnis U-Bahn-Station, Bochum

  • Objekttyp : Verkehr Infrastruktur
  • Standort : Deutschland
  • verwendete Produkte : SXS, FZP, UMV
  • Baujahr : 2012
Der U-Bahnhof Bochum-Lohring vereinigt Architektur, Lichtkunst und Klang. Befestigungen von fischer halten wesentliche Gestaltungselemente in einer der größten stützenfreien U-Bahn-Stationen Deutschlands.

Architektur, Lichtkunst und Klang vereinigen sich in dieser Station zu einem geschlossenen Ganzen, das von keinen Werbetafeln oder Infoscreens gestört wird. Die unterirdische Halle von rund 90 Metern Länge weist mit einer Breite von knapp 19 Metern und einer Höhe von rund 14,50 Metern einen der größten Querschnitte auf, die im freien unterirdischen Vortrieb erstellt wurden. 

Um die Decke von allen Installationen frei zu halten, verlegten die Architekten über die gesamte Länge der Halle einen gläsernen, die Beleuchtung aufnehmenden Fußboden aus laminiertem Glas, dessen rutschfeste Oberfläche speziell für dieses Projekt entwickelt wurde. Die Glasscheiben lagern punktförmig auf runden, justierbaren Stelzenlagern mit Neoprenpuffern. Die Halter der Stelzenlager werden mit 3.600 Upat UMV multicone Verbundanker M12/80 und 160 Upat UMV multicone Verbundanker M16/30 aus Edelstahl A4 verankert. Die Konstruktion nimmt eine Verkehrslast von 5 kN/m2 auf und kann damit auch von Rettungsfahrzeugen befahren werden.

Von der 550 Quadratmeter großen Leuchtfläche strahlt das Licht indirekt hinauf; sämtliches Mobiliar, ein gläserner Aufzugkubus und die Beschilderung wurden nach reduzierten Entwürfen der Architekten darauf errichtet. Das Gewölbe selbst wurde vollständig auf einer Fläche von 2.020 Quadratmetern mit graugrünlich schimmernden und aus Gründen des Schallschutzes fein gelochten Aluminiumblechen verkleidet.

Die Blechkassetten sind innerhalb der Nuten mit selbstbohrenden Schrauben auf die gerundete Unterkonstruktion aus Aluminium-Hutprofilen geschraubt und einzeln revisionierbar. Die Halter der Unterkonstruktion sind mit 2.500 fischer Langschaftdübeln SXS10 x 16 FUS in Edelstahl befestigt.

Gestützt wird die perspektivische Betonung des Raums durch zwei feine, geschwungene Lichtlinien unter der Gewölbedecke, die die Künstlerin Eva-Maria Joeressen als Gegenpol zum hell erleuchteten Boden und zur Geradlinigkeit der Gleise entwarf. Auch dieses Gestaltungselement ist in seiner vollen Wirkung erst durch eine Befestigungslösung von fischer möglich geworden. Die das Kreuz bildenden gelben Glaselemente werden von 60 fischer Punkthaltern FZP-G fixiert. Die Glaselemente bestehen aus zehn Millimeter starken ESG-H mit hinterseitigem transluzentem Siebdruck.

Auch die permanente Klanginstallation von Klaus Kessner greift die Bedingungen des Ortes und der an ihm stattfindenden Bewegungen auf. Wer am Gleis wartet, hört auf ungewohnte Weise komponierte Klänge. Gespeist werden die in den Gewölbewänden eingelassenen Lautsprecher von unsichtbaren Mikrofonen, die Kessner an verschiedenen Orten der Station selbst installierte. Die Mikrofone sammeln die Geräusche der Passanten, der Züge und des Straßenverkehrs. Ein Computer formiert sie zu einem sich stetig wandelnden Klangbild.
fe80::1462:2e2c:f52e:7ce6%8