Energie und Emissionen

Leitsatz 05

Die Unternehmensgruppe fischer betreibt seit vielen Jahren ein aktives Umwelt- und Energiemanagement. Dieses Thema ist im fischer Leitbild seit Jahrzehnten fest verankert und unterstützt zudem das Globale Nachhaltigkeitsziel 7 (SDG 7) „Bezahlbare und saubere Energie“. Bereits 1997 wurde das Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifiziert. Belegt wurde die erfolgreiche Implementierung eines Energiemanagementsystems dann im Jahr 2013 mit der Zertifizierung nach ISO 50001. Damit erfüllte fischer die gesetzliche Anforderung bereits zwei Jahre vor deren Inkrafttreten.

Energie

Neben der Betrachtung seiner absoluten Energieverbrauche bewertet fischer die Energieeffizienz durch die Verknüpfung von Energieverbrauchen mit definierten Bezugsgrößen. Diese Art der Kennzahlenbildung orientiert sich an der Definition des technischen Nutzungsgrades: Output (Nutzen) in Bezug zum Input (Aufwand) innerhalb von definierten Systemgrenzen. Gemäß ISO 50001 werden diese Kennzahlen als “Energy Performance Indicators” (EnPIs) bezeichnet. Energie wird dabei als Systeminput betrachtet. Als Systemoutput werden beispielsweise in den Produktionsbereichen die verarbeiteten Materialmengen herangezogen. Auf diese Weise werden die Produktionsauslastungen als Haupteinflussgrößen auf die Energieverbrauche berücksichtigt und die Aussagekraft der Beurteilung wird erhöht.

Seit der ISO 50001 Einführung plant fischer eine Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 1,5 % pro Jahr. Dieses Ziel, das auch in der Unternehmensstrategie verankert ist, konnte bisher in jedem Jahr realisiert werden.

Zur Zielerreichung haben folgende Aspekte beigetragen: 
Durch die Optimierung der Fertigungsprozesse im Rahmen des fischer ProzessSystems wurden outputseitig die Ausbringungen in höherem Maße gesteigert als die dazu benötigten Energiemengen. Inputseitig wurden durch die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen die Energieverbrauche kontinuierlich gesenkt. Diese positive Entwicklung spiegelt sich im Verlauf der Energiekennzahlen wider. Ein internes Energie-Team, das sich aus Verantwortlichen der energierelevanten Bereiche zusammensetzt, arbeitet standortübergreifend und sorgt für eine systematische und stetige Verbesserung der Energieeffizienz. Zu den Verbesserungsmaßnahmen zählen zum Beispiel die Anschaffung effizienterer Produktionsanlagen, die permanente Optimierung der Peripherie (wie beispielsweise Drucklufterzeugung und Prozesskühlung), der Austausch konventioneller Beleuchtungsanlagen gegen LED-Technik sowie der Einbau effizienterer Lüftungs- und Pumpensysteme.

Des Weiteren erhöht der sukzessive Ausbau der Energiezählerstruktur die Transparenz der Energieflüsse. Damit werden weitere Bereiche und Anlagen überwacht, um Optimierungsmaßnahmen identifizieren und zielgerichtet umsetzen zu können.

Durch die Anwendung neuer Tools, wie z. B. der Materialflusskostenrechnung (MFCA), können weitere Potenziale ermittelt und Maßnahmen abgeleitet werden. Dies erhöht zusätzlich die Energieeffizienz

Emissionen

Kohlendioxid

Gemäß “Greenhouse Gas Protocol” (GHG Protocol) werden drei Emissionsbereiche (Scopes) bei Kohlendioxid unterschieden:

Lärm

Zur Beurteilung von Umwelteinflüssen durch Lärmemissionen pflegt fischer ein Lärmkataster, das die Schalleinwirkungen der deutschen Werke auf angrenzende Wohngebiete dokumentiert und bewertet. Bei wesentlichen Änderungen wird das Lärmkataster aktualisiert.

Schadstoffe

Zur Einhaltung von Grenzwerten an Arbeitsplätzen sind Emissionsmessungen als fester Bestandteil in die Instandhaltungsprozesse integriert. Des Weiteren wird die Abluft, die über die Lüftungsanlagen an die Umwelt abgegeben wird, auf Einhaltung der vorgeschriebenen Schadstoffkonzentration geprüft. Aus den Messergebnissen werden ggfs. notwendige Maßnahmen zur Luftreinhaltung abgeleitet. 

Scope 1:

Direkte CO2-Emissionen durch Verbrennung fossiler Energieträger.

Scope 2:

Indirekte CO2-Emissionen durch Energieerzeugung bei den Energielieferanten. 

Scope 3:

Indirekte CO2-Emissionen durch vor- und nachgelagerte Unternehmenstätigkeiten. 

Die Summe der CO2-Emissionen der deutschen fischer Standorte (Bilanzbereiche Scope 1 plus Scope 2) betrug im Jahr 2017 noch 18.646 t. Davon entfielen circa 79 % auf indirekte Emissionen durch die Stromerzeugung beim Energielieferanten. Dieser Anteil von Scope 2 wurde komplett eingespart, da seit Beginn 2018 alle deutschen Standorte mit Ökostrom beliefert werden. Dieser stammt vollständig aus Anlagen erneuerbarer Energien. Entsprechende Zertifikate vom Energieversorger liegen vor. 

Darüber hinaus ist fischer bestrebt, seine Treibhausgase, trotz geplantem Umsatzwachstum, weiter zu reduzieren. 

Mit Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens wurde eine CO2-Bilanzierung bei fischer automotive erstellt. Der Fokus lag dabei insbesondere auf Scope 3. Der Corporate Carbon Footprint (CCF) für die Standorte Horb am Neckar und Ivanovice na Hané wurde für die Jahre 2015 (Basisjahr), 2018 und 2019 ermittelt. Diese Daten sind die Basis für entsprechende Maßnahmen. Im Bereich Automotive wird die CO2-Neutralität zu einem zunehmend wichtigen Anforderungskriterium bei Neuvergaben durch OEMs. Zukünftig werden zudem weitere “Product Carbon Footprints” (PCF) für ausgewählte Produktgruppen ermittelt werden.

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