Ressourcen

Leitsatz 04

Die Unternehmensgruppe fischer ist abhängig von ihren Lieferanten, den Weltmärkten, den verfügbaren Rohstoffen und Dienstleistungen. Um ihren Fortbestand auch in Zukunft sicherzustellen, müssen die externen Ressourcen verantwortungsvoll und effizient eingesetzt werden, ganz im Einklang mit dem SDG 12, nachhaltiger Konsum und Produktion. Es gilt, einen respektvollen, wertorientierten und wirtschaftlichen Umgang mit Ressourcen zu definieren und zu pflegen. Daher arbeitet der Einkauf mit den angrenzenden Funktionsbereichen eng zusammen. Mit der Zertifizierung nach ISO 14001 wird fischer in den jährlichen Audits die Konformität der Beschaffungsprozesse und der internen Prozesse mit der Umweltnorm bestätigt.

Lieferanten

Externe Partner werden neben wirtschaftlichen Kriterien auch nach den Kriterien ‚Menschenwürdige Arbeit‘ (SDG 8) und ‚Arbeitssicherheit‘ bzw. ‚Gesundheit und Wohlergehen‘ (SDG 3) ausgewählt. Daher unterliegen auch langjährige Lieferbeziehungen einem umfassenden und gründlichen Regelauditsystem. fischer hat den Anteil der auditierten A-Lieferanten seit 2015 kontinuierlich gesteigert, um das HSE-Bewusstsein (Health, Safety and Environment) seiner Lieferanten zu schärfen und die Qualität der Produkte weiter zu verbessern. Im Jahr 2018 wurden 69 % der A-Lieferanten auditiert, was eine weitere Steigerung um 7 % zum Vorjahr darstellt. Im Jahr 2019 reduzierte sich die Auditquote um 37 % aufgrund organisatorischer Änderungen in dem Bereich. Eine erneute Steigerung in den nächsten Jahren ist geplant. Die Grundlage für das Auditsystem und die Priorisierung der Audits bildet neben den SDGs die jährlich durchgeführte Lieferantenbewertung mit den Faktoren Qualität, Service, Lieferperformance, Umweltkompetenz und Wirtschaftlichkeit.
Sowohl die Verfügbarkeit als auch die Wirtschaftlichkeit beeinflussen den Bezug der von fischer extern benötigten Leistungen. Bei der Auswahl der Ursprungsländer verfolgt fischer ein strenges „total cost of ownership“-Prinzip. Dies bedeutet: Unnötige, lange Transportwege werden möglichst vermieden und diejenigen Quellen bevorzugt, deren Standards den ökologischen Grundregeln der fischer Standorte entsprechen. Dies spiegelt sich auch in der Lieferantenstruktur wider: 50 % der Waren kommen aus Deutschland, 38 % aus europäischen Ländern und die verbliebenen 12 % aus Asien.

Produktion

Für fischer hat es höchste Priorität, dass die verwendeten Rohstoffe und Produktionsmittel den Anforderungen an Recycling und Abfall-Management entsprechen. Die Rückführung der Materialien ist aus ökonomischen wie auch aus ökologischen Gründen von großer Bedeutung. Zum Beispiel werden nahezu 100 % der bei der Produktion von Kunststoffdübeln anfallenden Abfälle intern und extern wiederverwertet. Auf diesem Gebiet hat sich fischer in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. 
Die Anteile der stofflich oder thermisch verwertbaren Abfälle liegen konstant über 99 %.
Seit 2016 werden die einzelnen Abfallfraktionen noch detaillierter untersucht, um weitere Potenziale zur Reduzierung der Gesamtabfallmenge zu identifizieren. Auf dem Gebiet des Abfallmanagements arbeitet fischer nur mit zertifizierten Entsorgern zusammen, die in der Lage sind, der Unternehmensgruppe eine sachgerechte Entsorgung zu garantieren.

Prozesse

Am Standort Tumlingen hat fischer die Erlaubnis, aus eigenen Quellen Wasser zu entnehmen, das zu indirekten Kühlzwecken im Produktionsbereich und zur Bewässerung der Grünanlagen genutzt wird. Der Trinkwasserverbrauch am Standort Tumlingen ist seit einigen Jahren, trotz steigender Mitarbeiterzahl, nahezu konstant und liegt bei ungefähr 10.000 m³ pro Jahr. Der Anstieg des Quellwasserverbrauchs von 2017 auf 2018 lässt sich auf die lange Sommerperiode im Jahr 2018 und infolgedessen auf erhöhten Kühl- und Bewässerungsbedarf zurückführen. Der Anteil des Trinkwassers am Gesamtwasserverbrauch konnte reduziert werden. Bei der Unkrautbekämpfung verzichtet fischer auf Herbizide. Zu diesem Zweck wurde in 2017 ein Gerät angeschafft, das die Heißwassermethode nutzt. Durch die hohe Tiefenwirkung dieser Methode wird das Unkraut nachhaltig entfernt und die Umwelt und Oberflächen werden geschont. Dies macht den Einsatz von Herbiziden auf befestigten Flächen komplett überflüssig und reduziert deren Gesamteinsatz auf ein Drittel.

Die Gestaltung neuer Projekte folgt dem Nachhaltigkeitspostultat

Auch in den Prozessen wird bei fischer auf nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geachtet. Wir entwickeln uns stetig weiter, gehen neue Wege der Analyse und nutzen neueste Methoden, um hinsichtlich Ressourcenschonung, Energieeinsparung und Prozessoptimierung Potenziale zu identifizieren. Hierzu führten wir im Rahmen des Materialeffizienz-Programms von Umwelttechnik BW (EFFiMA) erstmalig eine Analyse mit der Methode “Material Flow Cost Accounting” (MFCA) durch. Hierbei werden neben den Kosten auch sämtliche Material- und Energieverbräuche sowie die Verlustmengen erfasst. Die aus diesem Pilotworkshop gewonnenen Erkenntnisse werden nun auf weitere Produkte und Prozesse ausgeweitet.

Ein Beispiel für den schonenden Umgang mit Ressourcen zeigt auch eine Prozessverbesserung in unserer Chemieproduktion. Dort werden die bei der sogenannten Feststoffdosierung entstehenden Stäube abgesaugt, sortenrein aufgefangen und wiederverwendet. Dies sorgt für eine Einsparung bei Material- und Entsorgungskosten, für eine Reduzierung der Sondermüllmenge in Höhe von 3 t pro Jahr und erhöht die Arbeitssicherheit durch verbesserte Absaugeffizienz.

Auch eine Verpackungsoptimierung der See- und Luftfrachtverpackung mit Fokus auf Kostenreduzierung wurde vorgenommen. Im Zuge der Optimierung wurden mehrere Aspekte der Nachhaltigkeit bedient. Das sind zum Beispiel die Minderung der Verpackungskosten, eine Nivellierung von Mitarbeiterkapazitäten, die Senkung des Verletzungsrisikos und eine wesentliche Reduktion an Verpackungsmaterialien von 32 t.
Ein weiteres Projekt in der Logistik war die Anschaffung einer neuen Stretchanlage mit dem Ziel der Senkung von Transportschäden, hin zu einer optimalen Ladungssicherung. Individuelle Stretchprogramme ermöglichen sowohl eine Reduzierung des Folieneinsatzes als auch eine Vermeidung von Störungen, Ausfallzeiten und Wartung. Manuelles Stretchen wird auf ein Minimum reduziert und händisches Auflegen eines Deckblattes entfällt, da dieser Vorgang maschinell integriert ist. Die Anlage zeichnet sich zudem durch eine einfache Bedienung via SPS-Panel, einen schnellen Rollenwechsel und die Reduzierung an Folienverbrauch je Palette aus.

Zur Reduktion des Ressourceneinsatzes trägt ebenso die Spritzgießtechnologie des physikalischen Schäumens bei. Durch den Einsatz der Spritzgießtechnologie MuCell® gelingt es in der Produktion von fischer automotive mit verbesserter Dimensionsstabilität den Ressourceneinsatz von Energie und erdölbasiertem Kunststoff zu verringern. Gleichzeitig steigt die Kundenzufriedenheit, da es sich um eine Leichtbauweise mit funktionsabhängiger Wanddickenauslegung handelt – in Abgrenzung zum füllorientierten Kompaktspritzguss. 
Eine Verbesserung aller drei Säulen der Nachhaltigkeit wird durch die Veränderung des Herstellverfahrens der eigengefertigten Sicherheitsschraube erzielt. Durch das neue Verfahren wird sogenannter Abgratschrott vermieden. Zum einen findet eine Ressourcenschonung durch eine Vermeidung von 42,6 t Metallschrott im Jahr statt, zum anderen muss die Maschine nicht mehr so häufig aufwändig gereinigt werden. Das erhöht die Ergonomie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Produktionszeit der Maschine. Zusätzlich erzielen wir beim Rohmaterial eine Herstellkostenreduzierung von 15 %.

Das bei der Zerspanung in der Metallproduktion eingesetzte Schneidöl hat direkten Einfluss auf die Maschinenwerkzeuge. Ein Wechsel auf ein qualitativ hochwertigeres Öl verlängert die Werkzeugstandzeit signifikant und senkt somit die Werkzeugkosten um 41 %. Mit der Filterung und Rückgewinnung des Öls konnten zusätzliche Kostenreduzierungen erzielt werden.

Partnerschaft

Generell ist die Zusammenarbeit mit fischer Lieferanten für uns eine gelebte Partnerschaft. Sie ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Es gilt der Grundsatz: „Es ist nicht einfach, an uns zu liefern, aber wer es geschafft hat, der macht das als Partner des Hauses.“ Wenn Lieferanten die hohen Anforderungen an Qualität, Umwelt, Innovation und Kosten erfüllen, können sie mit einer langfristigen Partnerschaft mit fischer rechnen.

Um einen wichtigen Beitrag für die Zukunft und die Ertragslage zu leisten, ist es die Aufgabe der Unternehmensgruppe fischer und ihrer Partner, konstant und konsequent nach Wegen zu suchen, Produkte einfacher und kostengünstiger bei gleichbleibend hoher Qualität zu gestalten. Gleichzeitig soll dabei weniger Material verbraucht werden. Intern wird dies als Entfeinerung bezeichnet.

So wurden beispielsweise bei diversen Projekten die Maße von Stahlprodukten so verändert, dass bei gleicher Stückzahl und verbesserter Qualität Einsparungen von mehreren Tonnen Rohmaterial pro Jahr erzielt werden können. Die unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit durchgeführten kontinuierlichen Verbesserungen erfüllen die speziellen Vorgaben des zwölften globalen Nachhaltigkeitsziels und den darin geforderten nachhaltigen Umgang mit Ressourcen hinsichtlich Reduktion, Recycling und Wiederverwertung von Abfall.

Beratung

Die Verknüpfung von Lean-Management-Ansätzen mit nachhaltiger Ressourceneffizienz bietet ein hohes Einsparpotenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für die fischer Consulting GmbH steht hierbei die Wertstromanalyse mit dem Ziel der nachhaltigen Beseitigung von Verschwendung in puncto „Lean“ und „Ressourceneinsatz“ im Mittelpunkt der Beratung. Dies betrifft – neben unternehmensinternen Prozessschnittstellen – sowohl Lieferanten als auch Endkunden. Entscheidend ist dabei, dass Entwicklungs-, Planungs- und Fertigungsbereiche zukünftig möglichst frühzeitig zusammenarbeiten, um schon zu Beginn des Produktentstehungsprozesses Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine möglichst effiziente und ressourcenschonende Herstellung von Produkten und Dienstleistungen sicherstellen.

Die Erfahrung zeigt, dass das Unternehmen mit der erfolgreichen Umsetzung der Prinzipien des fischer ProzessSystems die Grundlagen für eine nachhaltig positive Umweltbilanz legt und damit einen Gewinn für alle Prozesspartner bietet
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